Marius' Flucht in Minturnae
Ein pensionierter römischer General kauert im Sumpf, gejagt wie ein Tier von seinen eigenen Landsleuten.

François Joseph Navez — "The Massacre of the Innocents" (1824), public domain
Roms Retter – jetzt auf der Flucht.
Gaius Marius, der Held, der fremde Invasoren besiegte, wurde zum Staatsfeind erklärt. Nach einem Staatsstreich hetzten sie ihn nach Süden, durch schlammige Sümpfe bei Minturnae, nur mit zerrissenem Mantel, verfilztem Haar und ungewaschenem Gesicht.
Ein gezücktes Schwert – und dann gesenkt.
Gefasst, wurde Marius in eine Zelle geworfen; ein gallischer Sklave sollte ihn töten. Doch als der alte General ihm in die Augen sah, erstarrte der Mann, ließ das Schwert fallen und rief: 'Ich kann Marius nicht töten!' Selbst nach allem war die Legende zu groß zum Auslöschen.
Das zweite Leben eines Verbannten.
Marius entkam Minturnae – und marschierte weniger als ein Jahr später wieder in Rom ein, diesmal an der Spitze einer Armee. Manchmal lässt die Geschichte ihre gefallenen Helden ihr eigenes Ende umschreiben.
Marius, einst Retter Roms, floh um sein Leben – und brachte seinen Henker allein mit einem gequälten Blick zur Gnade.