Heute vor Jahren: Athen ehrt seine Gründer
Anfang September in Athen – die Söhne der Stadt stehen schweigend da, während die Namen legendärer Helden im Fackelschein widerhallen.

Théodore Rousseau — "The Forest in Winter at Sunset" (ca. 1846–67), public domain
Die Stadt versammelt sich für ihre Helden
Um diese Zeit erinnerten sich die Athener beim Theseia an ihre mythischen Vorfahren – Theseus an vorderster Stelle. Die Stämme der Stadt zogen in Prozessionen, Opfergaben brannten, und unter der schwülen Spätsommerhitze wurden Geschichten von Mut und Heldentum gesungen.
Einheit in einer unruhigen Demokratie
Das Fest war mehr als bloße Nostalgie. In einer Stadt, die von Politik und Rivalitäten zerrissen war, erinnerten die gemeinsamen Helden die Athener daran, dass sie ein Volk waren. Jahr für Jahr versuchte Athen, sich im Schatten seiner Gründer wieder zusammenzuflicken.
Beim Theseia-Fest, vermutlich Anfang September, versammelten sich die athenischen Familien, um die legendären Gründer ihrer Stadt zu ehren – ein Moment der Einheit in einer Stadt, in der Politik alles zerreißen konnte.