Gaius Appuleius Diotimus: Der Kyniker, der Epikur fälschte
Diotimos, ein kynischer Philosoph, wollte Epikurs Ruf zerstören—und fälschte fünfzig Briefe, einer gemeiner als der andere.

Panini — "Interior of Saint Peter's, Rome" (after 1754), public domain
Er fälschte fünfzig Briefe
Als Argumente nicht mehr reichten, wurde Diotimos kreativ. Er fälschte Dutzende Briefe—angeblich von Epikur selbst—voller kleiner Skandale und Sticheleien. Plötzlich wirkte der große Philosoph gemein, oberflächlich, lächerlich.
Er wurde überführt
Eine Zeit lang funktionierte es. Rivalen spotteten, Schüler liefen davon. Doch Diotimos überzog: Der Betrug flog auf, ein römisches Gericht verurteilte ihn. Sein Name wurde zum warnenden Beispiel—der erste ‚Fake-News‘-Historiker war kein Journalist, sondern ein Philosoph.
Im römischen Ideenkrieg spielte Diotimos schmutzig. Er erfand ganze Dokumente, um eine andere Schule zu verleumden—und setzte alles darauf, dass Masse Ruf vergiften kann. Fast hätte es geklappt—bis er aufflog und verurteilt wurde. Damit wurde Diotimos zum Schutzpatron der antiken Rufmord-Kampagne.