Heute vor 2000 Jahren: Die Nonen des Juli
6. Juli – die Nonen des Juli. Für die Römer war das nicht einfach ein Datum. Es war Stichtag, Zahltag und ein heiliger Marker im Kalender jedes Bürgers.

Unknown — "Sard ring stone" (ca. 1st century BCE–3rd century CE), public domain
Zahltag und Stichtag.
Jeder Römer kannte die Nonen – den Wendepunkt des Monats. Am 6. Juli ruhte das Geschäft: Zeit, Schulden zu begleichen, Verträge zu schließen oder heikle Opfer zu bringen. Wer den Tag verpasste, verpasste seine Chance – Geld und Rituale hingen an den Nonen.
Kalendertricks und Priester-Macht.
Vor der julianischen Reform bestimmten Priester den Kalender. Ein Federstrich konnte die Nonen verschieben, Schulden strecken oder Feste für politische Zwecke verlegen. Roms Zeit war nie neutral – sie war Macht, gemessen in Tagen.
Die Nonen teilten jeden römischen Monat – und bestimmten alles: neue Verträge, Opfer im Tempel, Schulden. Wer die Nonen vergaß, riskierte sein Vermögen oder den Zorn der Götter.