Die Seuche, die Athen zerbrach
Leichen stapeln sich auf den Straßen. Priester brechen mitten im Gebet tot zusammen. Die athenische Seuche macht keinen Unterschied – ob arm, reich oder sogar Perikles selbst.

Phiale Painter — "Terracotta Nolan neck-amphora (jar)" (ca. 440–430 BCE), public domain
Überall Tod, nirgends Hoffnung.
Sommer 430 v. Chr. Die Stadt ist vollgestopft mit Flüchtlingen. Plötzlich breiten sich Fieber, Durst und blutendes Zahnfleisch wie ein Lauffeuer aus. Überlebende schleppen Leichen zu Massengräbern. Tempel quellen über vor Toten – Priester sterben so schnell wie sie segnen.
Athen verliert mehr als nur Leben.
Sogar Perikles, die ruhige Hand Athens, fällt der Seuche zum Opfer. Thukydides, der überlebt, berichtet: Gesetz und Sitte brechen zusammen. Die Menschen stehlen, trinken, verzweifeln. Der Feind vor den Mauern ist furchteinflößend – aber das, was drinnen lauert, ist schlimmer.
Eine Stadt, aufgebrochen.
Als die Seuche endlich abklingt, ist ein Viertel der Athener verschwunden. Der Geist der Stadt ist gebrochen. Die wahren Narben des Krieges stammen nicht von spartanischen Speeren, sondern von einer Krankheit, gegen die kein Schild half.
Die Seuche wütete während des Peloponnesischen Krieges in Athen, tötete ein Viertel der Bevölkerung – darunter den größten Staatsmann – und ließ die Stadt benommen, führungslos und verzweifelt zurück.