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Geschichte·Antikes Rom·Frühe Römische Republik (ca. 396 v. Chr.)

Der Fall von Veji und der Kanaltunnel

Ein römischer Soldat kroch durch die Abwasserkanäle einer Stadt – und öffnete die Tore nach zehn Jahren Belagerung.

Der Fall von Veji und der Kanaltunnel

Lucas Cranach the Elder — "Johann I (1468–1532), the Constant, Elector of Saxony" (1532–33), public domain

Kanal statt Klinge.

Zehn Jahre lang biss sich Rom an Veji die Zähne aus – die Mauern blieben unüberwindbar. Dann, so die Legende, kroch eine kleine Gruppe durch den heiligen Abfluss der Stadt – Dreck klebte an der Haut, die Luft war stickig – und tauchte mitten im Tempel der Juno auf.

Eine Stadt fällt von unten.

Sie schlichen zu den Toren, Äxte in der Hand. Während Veji ein Fest feierte, stürmten die Römer hervor und rissen die Stadttore für ihre Armee auf. Bei Livius liest man von Chaos: Aus Fest wurde Massaker, jahrhundertelange Rivalität endete in einer Nacht.

Genial oder Gotteslästerung?

Eine Stadt durch den Kanal zu nehmen war nicht nur schlau – es bedeutete, das Herz der Religion von Veji zu entweihen. Für Rom zählte der Beistand der Götter genauso wie der Sieg. Manchmal sind die schmutzigsten Siege auch die härtesten.

Rom eroberte seinen großen Rivalen nicht mit Sturmangriffen, sondern mit List und Dreck: Ein paar Männer, die sich durch einen heiligen unterirdischen Gang schlängelten.

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