Der olympische Betrüger und seine bronzene Schande
Ein Sprint-Champion versucht, seine Rivalen bei den Olympischen Spielen zu bestechen – und wird für immer als Betrüger verewigt.

Unknown — "Terracotta alabastron (perfume vase) in the form of a woman holding a dove" (mid-6th century BCE), public domain
Mit Bestechung in Olympia erwischt
Sotades von Kreta war ein berühmter Läufer, der bei den antiken Olympischen Spielen nach Gold sprintete. Doch 388 v. Chr. wurde er erwischt, als er versuchte, seine Gegner zu bestechen – das Rennen sollte schon vor dem Start entschieden sein. Keine Verhandlung, keine zweite Chance. Die Richter warfen ihn sofort raus.
Seine Strafe? Bronze statt Ruhm.
Vergessen wurde Sotades nicht – im Gegenteil: Sein Name wurde auf eine Bronzestatue geprägt, eine von vielen, die in Olympia mit den Vergehen der Betrüger beschriftet wurden. Die Statuen standen direkt am Tunnel der Athleten. Jeder zukünftige Läufer musste an diesen Gesichtern der Schande vorbei, bevor er die Bahn betrat.
Olympische Eide – und olympische Schande.
Die alten Griechen schworen heilige Eide, fair zu spielen. Die Geschichte von Sotades zeigt, wie ernst Betrug genommen wurde – selbst bei einem Fest für die Götter. Seine Statue überdauerte jeden Lorbeerkranz, eine Warnung, die bis heute nachhallt.
Statt eines Lorbeerkranzes bekam Sotades eine Statue der Schande – aufgestellt in Olympia, um künftige Athleten zu warnen: Ruhm ist nicht käuflich.