Crassus und der parthische Kopf
Crassus führte sieben Legionen gen Osten – und sah dann, wie sein eigener abgetrennter Kopf im Theater eines fremden Königs die Hauptrolle spielte.

Unknown — "Standing Figure with Feathered Headdress" (12th–early 13th century), public domain
Gier marschiert nach Osten.
53 v. Chr. zog Marcus Licinius Crassus – der reichste Mann Roms – nach Parthien, auf der Jagd nach Gold und Ruhm. Seine Armee wurde bei Carrhae vernichtet, sein Sohn fiel an seiner Seite. Crassus versuchte noch, mit dem Feind zu verhandeln, wurde gefangen genommen, hingerichtet und – so sagt die Legende – mit geschmolzenem Gold getötet.
Ein Kopf für die Bühne.
Die eigentliche Demütigung kam später. Der parthische König Orodes II. ließ Crassus’ Kopf als Requisite in einer Aufführung der Bakchen des Euripides verwenden – direkt vor römischen Gefangenen. Das Gesicht des einst mächtigen Generals wurde zur grausigen Maske des Gottes Pentheus. Selbst im Tod konnte Rom seinem eigenen Scheitern nicht entkommen.
Crassus’ Gier nach parthischem Gold endete in Katastrophe, Demütigung und dem Verlust von Roms Macht im Osten. Sein Tod war so berüchtigt, dass die Parther seinen Kopf als Requisite in ihrer Version der Bakchen des Euripides nutzten.