Clodius und der Bona-Dea-Skandal
Ein römischer Adliger schlich sich verschleiert in ein Frauenritual – auf der Jagd nach seiner Geliebten oder einfach nur aus Lust am Chaos.

Unknown — "Bronze portrait bust of a man" (ca. 50 BCE–54 CE), public domain
Die Nacht, in der Clodius sich einschlich – verschleiert.
Winter 62 v. Chr. Das Bona-Dea-Fest läuft bei Julius Caesar zuhause – Männer streng verboten. Clodius Pulcher, gierig nach Klatsch oder Ärger, verkleidet sich als Frau und schleicht sich ein, um Caesars Frau Pompeia in flagranti zu erwischen. Doch jemand bemerkt die zu tiefe Stimme. Panik bricht aus.
Skandal im Senat, Prozess auf der Straße.
Caesar lässt sich von Pompeia scheiden – mit dem eiskalten Satz: „Die Frau des Caesar muss über jeden Verdacht erhaben sein.“ Clodius landet vor Gericht, verteidigt von Roms Anwalts-Elite – Cicero inklusive. Der Prozess wird zur Farce. Trotz klarer Schuld wird Clodius nach massiver Bestechung freigesprochen. Die Gräben zwischen Roms Mächtigen werden nur tiefer.
Niemand entkommt den Folgen.
Clodius wird berüchtigter denn je, Pompeias Ruf ist ruiniert, und Caesars unausgesprochene Warnung – makellos erscheinen, oder es wird gefährlich – hallt durch die Gesellschaft. Ab jetzt werden politische Kämpfe mit Rufmord genauso geführt wie mit dem Schwert.
Publius Clodius Pulcher löste einen der wildesten Skandale Roms aus, als er als Frau verkleidet ein geheimes Fest stürmte – und damit einen Gerichtszirkus und politische Zerwürfnisse sondergleichen entfachte.