Cicero über Gerechtigkeit und Mut
"Die Waffen sollen der Toga weichen, der Lorbeer dem Wort." Cicero, angesichts drohenden Bürgerkriegs, glaubte: Worte sollten Gewalt zähmen.

Gaetano Gandolfi — "The Sacrifice of Iphigenia" (1789), public domain
Worte statt Krieg.
Cicero erklärt in seiner Rede Pro Milone (Abschnitt 78): «Cedant arma togae, concedat laurea laudi» — "Die Waffen sollen der Toga weichen, der Lorbeer dem Wort." Vor der Jury, mit Roms Schicksal auf dem Spiel, bestand er darauf: Gerechtigkeit—verkörpert durch die Toga des Anwalts—muss vor dem Sieg stehen.
Warum Cicero alles auf die Rhetorik setzte.
Cicero lebte, als die Republik zerbrach und Generäle mit Schwertern mehr Macht hatten als Senatoren mit Gesetzbüchern. Sein Glaube war altmodisch und gefährlich: Dass Recht und Mut zur Rede Rom vor sich selbst retten könnten.
Er zahlte für seine Ideale.
Cicero schrieb, flehte und intrigierte manchmal für das Überleben der Republik. Als Caesar und Antonius die Macht übernahmen, wurde Ciceros Kopf am Rednerpult angenagelt—seine Zunge für alle sichtbar durchbohrt. Er kannte die Gefahr seines Glaubens an Worte. Er wich nie zurück.
Cicero setzte alles auf die Macht von Recht und Rhetorik in einer Welt am Abgrund.