Catos letzter Widerstand in Utica
Cato sitzt im Schneidersitz, liest Plato und schluckt dann seelenruhig Gift – während Caesars Legionen vor seiner Tür lagern.

Franz Anton Maulbertsch — "The Glorification of the Royal Hungarian Saints" (ca. 1772–73), public domain
Eine letzte Nacht in Freiheit.
46 v. Chr., als Julius Caesars Sieg im Bürgerkrieg das Ende der alten Republik besiegelte, schloss sich Cato der Jüngere in seinem Haus in Utica ein. Bei Lampenlicht las er Platons ‚Phaidon‘, zog dann sein Schwert – und verfehlte sein eigenes Herz. Blutend und wütend nähte er die Wunde selbst.
Stur bis zum Schluss.
Als der Schmerz unerträglich wurde, trank Cato ruhig das Gift. Doch sein Körper verweigerte den leisen Tod – er riss mit bloßen Händen die Wunde wieder auf, ließ weder das Schicksal noch Caesar über sein Ende bestimmen. Sein Trotz machte ihn zum Symbol – nicht nur für verlorene Freiheit, sondern für den Preis, den es kostet, einem Tyrannen zu trotzen.
Cato wählte den Tod, statt unter einem Diktator zu leben – selbst als das Gift beim ersten Mal versagte.