Heute vor X Jahren: Die Bendidia—Athenisches Nachtfest
Um den 15. Juni in Athen: Fackeln lodern, Reiter jagen unter Sternen für Bendis, die wilde Mondgöttin Thrakiens.

Unknown — "Bronze mirror with a support in the form of a draped woman" (mid-5th century BCE), public domain
Fackeln und wilde Reiter in der Nacht
Irgendwann Mitte Juni pulsiert Athen im Rhythmus eines thrakischen Festes: der Bendidia. Nach Einbruch der Dunkelheit schlängelt sich ein wilder Zug aus Athenern und Thrakern zum neuen Heiligtum der Bendis in Piräus. Fackeltragende Reiter rasen am Ufer entlang, ihre Schatten tanzen über den Sand.
Als fremde Götter in Athen Wurzeln schlugen
Die Bendidia war neu und fremd—ein Staatsfest für eine ausländische Göttin. Sogar Platon lässt den Anfang seines „Staat“ während dieser Prozession spielen. Für eine Nacht ist Athen weniger Stadt, mehr Grenzland—ein Ort, an dem Fremde, Bürger und sogar Philosophen gemeinsam den mondbeschienenen Weg teilen.
Die Bendidia brachte thrakische Wildheit ins Herz von Athen—fremde Götter, Mitternachtsprozessionen und heilige Wettkämpfe in einer Stadt, die für Ordnung berühmt war.