Bäckersklaven wurden wie Vieh gebrandmarkt
Ein Laib Brot, noch schwarz vom Vesuvausbruch, trägt einen Stempel – direkt neben dem Brandmal auf der Stirn eines Mannes.

Unknown — "Marble head of Epikouros" (2nd century CE), public domain
Gebrandmarkt fürs Brot
In einer zerstörten Bäckerei in Pompeji trägt ein verkohlter Brotlaib noch immer den Bäckereistempel – der Beweis seiner Herkunft. Nach römischem Recht durften Bäcker nicht nur das Brot, sondern auch ihre Sklaven stempeln, manchmal direkt auf die Stirn.
Eigentum, fürs Leben gezeichnet
Das Brandzeichen hinterließ eine erhabene Narbe: die Initialen des Besitzers, das Symbol der Bäckerei oder sogar eine Warnung vor Diebstahl. Graffiti und Gesetzestexte bestätigen, dass das nicht nur in Bäckereien, sondern auch in anderen Berufen üblich war – Menschen wurden zu lebendem Eigentum.
Im antiken Rom konnten Bäckersklaven mit dem Zeichen ihres Besitzers gebrannt werden – manchmal mitten ins Gesicht. So wusste jeder, wem sie gehörten, selbst wenn sie flohen. Archäologen fanden Formen, Stempel und sogar Graffiti, die diese Praxis in Pompeji und Herculaneum belegen.