Heute vor...: Die Hundstage beginnen in Athen
Um den 30. Juni spüren die Athener, wie die Sonne gnadenlos zupackt. Der Hundsstern Sirius steht kurz vor dem Aufgang—und läutet die glühenden ‚Hundstage‘ des griechischen Sommers ein.

Penthesilea Painter — "Terracotta pyxis (box)" (ca. 465–460 BCE), public domain
Sirius steigt auf, Athen schwitzt.
Ende Juni spähen die Athener in der Morgendämmerung nach einem ersten Funkeln—dem heliakischen Aufgang des Sirius. Sein Erscheinen war das Warnsignal: Jetzt beginnt die heißeste, unruhigste Zeit. Die ‚Hundstage‘ galten als Zeit von Fiebern, Dürre und explosiven Gemütern.
Rituale fürs Überleben.
Die Griechen passten ihren Alltag an: Sie mieden die Mittagssonne, opferten Helios und Apollon und beteten um Wind. Geschichten warnten, dass selbst Hunde verrückt wurden und Wein im Krug verdarb, wenn Sirius brannte.
Eine Hitzewelle mit mythischem Biss.
Die Hundstage spuken bis heute in unserer Sprache. Für die Athener waren sie mehr als Wetter—sie waren eine Herausforderung der Götter, wenn Verstand und Gesundheit zu schmelzen drohten.
Für die alten Griechen markierte das Erscheinen des Sirius die heißesten, gefährlichsten Wochen des Jahres. Felder verdorrten, Nerven lagen blank, und Rituale wurden angepasst, um zornige Götter zu besänftigen und sich vor Fiebern zu schützen.