Durfte in Athen wirklich jeder wählen?
Dachtest du, in der athenischen Demokratie durfte jeder Bürger abstimmen? Die meisten Menschen in Athen sahen nie das Innere einer Volksversammlung.

Did Everyone Vote in Athenian Democracy?, public domain
Der Mythos völliger Gleichheit.
Wenn man ‚Athenische Demokratie‘ hört, denkt man an eine Stadt, in der jeder Bürger abstimmt, debattiert und Gesetze gestaltet. Klingt nach dem Geburtsort echter Gleichberechtigung. Schulbücher und Popkultur lieben dieses Bild.
Die meisten Athener hatten kein Stimmrecht.
Von 250.000 Einwohnern Athens waren nur etwa 30.000 männliche Bürger mit vollem Wahlrecht. Frauen, Sklaven, Kinder und Zugezogene—alle ausgeschlossen. Selbst unter den Bürgern blieben viele Arme den Versammlungen fern, weil sie arbeiten mussten, statt einen Tag lang auf der Pnyx zu diskutieren.
Wie entstand der Mythos?
Viktorianische Autoren und frühe Historiker romantisierten die griechische Demokratie als Vorläufer moderner Wahlrechte. In Wirklichkeit war Athens System für seine Zeit radikal—aber von universell weit entfernt.
Die athenische ‚Demokratie‘ schloss Frauen, Sklaven, Fremde und sogar viele arme Männer aus. Schätzungen zufolge hatten weniger als 15 % der Athener Bevölkerung tatsächlich ein Stimmrecht.