Athener und der Nachttopf unterm Bett
Mitten in der Nacht wach und dringend aufs Klo? Im antiken Athen griff man zum Topf unter dem Bett.

Unknown — "Marble seated harp player" (2800–2700 BCE), public domain
Nachttopf und nächtliche Erleichterung
Keine Bäder, kein Problem. Die Athener hielten Tontöpfe unter dem Bett für nächtliche Notfälle bereit. Praktisch, aber nicht gerade würdevoll – besonders im Gemeinschaftszimmer.
Morgenroutine: Kippen und Rennen
Bei Tagesanbruch trug jemand den Topf hinaus und entleerte ihn in den Straßengraben. Traf man den falschen Nachbarn, drohte eine Geldstrafe. Manche Dinge ändern sich nie.
Archäologen fanden Hunderte kleine Nachttöpfe (chytra) in Athener Häusern – oft direkt neben der Schlafmatte. Kein fließendes Wasser, kein nächtlicher Gang durch schlangenverseuchte Dunkelheit. Am Morgen kippte ein Diener (oder ein armes Familienmitglied) den Inhalt in den Straßengraben. Lärm und Spritzer waren nicht nur unhöflich – wer jemanden traf, riskierte eine Strafe.