Heute vor X Jahren: Athen in der Hundstage-Hitze
Der 3. August im antiken Athen: Die Stadt klebt vor Hitze, und plötzlich herrscht eine seltsame Stille in den Straßen.

On This Day: Athens in the Dog Days, public domain
Eine Stadt im flirrenden Stillstand.
Anfang August spürten die Athener den Griff der Sonne. Die großen Feste lagen Wochen zurück, auf den Feldern herrschte nur das Sirren der Zikaden. Händler und Politiker suchten den Schatten, und der Klatsch zog langsamer durch die Gassen als der staubige Wind.
Warten auf Land und Götter.
Das Getreide lag schon in den Speichern. Die Trauben hingen noch hart und grün, die Oliven erst recht. Es war eine Zeit des Wartens—eine Pause vor der Ernte und den großen Herbstfesten. Die Stadt blickte zum Himmel und hoffte, dass die Dürre nicht anhalten würde.
Jetzt ist Hochsommer—das Getreide längst geerntet, Oliven und Trauben noch hart, und das Leben hält inne im flirrenden Gesang der Zikaden.