Heute vor X Jahren: Segelhochbetrieb in Athen
Anfang Mai in Athen: In den Häfen riecht es nach Kiefernharz und Seetang – im Piräus drängen sich die Schiffe, bereit für jede Ecke der Ägäis.

Unknown — "Terracotta bell-krater (bowl for mixing wine and water)" (late 5th century BCE), public domain
Athen wirft den Winter ab.
Im klassischen Athen bedeutete Mai: Die Gefahr auf See ist vorbei. Der Hafen von Piräus brummt – Wolle, Öl, Wein und Gerüchte werden auf Schiffe geladen. Handelssaison heißt nicht nur Geschäfte, sondern: Die Welt öffnet sich wieder.
Jedes Segel, eine mögliche Geschichte.
Die Athener spähen zum Horizont: Kommen Verwandte, Händler, Flottenkapitäne? Nachrichten und Waren aus Ägypten, Sizilien, Ionien strömen herein. Für ein paar Monate ist Athen nicht nur eine Stadt, sondern der Knotenpunkt eines Imperiums.
Im Mai fällt das jährliche Ausreiseverbot. Die Gefahr von Winterstürmen schwindet, und Athen wird zum pulsierenden Herzen des Mittelmeerhandels – und des Klatschs.