Heute vor...: Der letzte Tag der Anthesteria
31. März: Die Athener beendeten ihr Weinfest, indem sie die Toten höflich, aber bestimmt aus der Stadt baten.
Ein gespenstischer Abschluss fürs Weinfest
Am dritten Tag der Anthesteria – Chytroi – stellten die Athener gekochte Samen und Hülsenfrüchte in Töpfen bereit, nicht für Freunde, sondern für die umherirrenden Toten. Es war ein Tag, an dem die Grenze zwischen den Welten dünn wurde und die Geister zum letzten Mal mit den Lebenden speisten.
Hermes, der Seelenführer, bekommt seinen Anteil
Diese Opfer galten Hermes Chthonios, dem Boten der Unterwelt, der die Seelen dorthin zurückbringen konnte, wo sie hingehörten. Nach Sonnenuntergang riefen die Athener: „Raus mit euch, Geister! Die Anthesteria ist vorbei!“ – und vertrieben so rituell alle verbliebenen Toten aus ihrer Stadt.
Der letzte Tag der Anthesteria, Chytroi genannt, war ein seltsamer Mix aus Festschmaus und Geisteraustreibung. Die Athener opferten Töpfe mit Samen und Getreide an Hermes und die ruhelosen Geister – und vertrieben dann die Toten bis zum nächsten Jahr.