Artaxerxes II.: Paranoia am persischen Hof
Am Tisch des Artaxerxes probieren Vorkoster jeden Bissen – er vertraut niemandem, nicht einmal der eigenen Familie.

Unknown — "Bronze mirror with a support in the form of a draped woman" (mid-5th century BCE), public domain
Ein König im Kreis der Vorkoster
Bei Artaxerxes’ Festen kam nichts an seine Lippen, das nicht zuvor ein Diener probiert hatte. Gift war eine ständige Gefahr – manchmal sogar aus der eigenen Familie. Selbst das Brot des Königs wurde mit einer Prise Angst serviert.
Das Reich des Misstrauens
Artaxerxes II. herrschte über das größte Reich der Welt, doch der persische Hof war ein Schlangennest. Griechische Gesandte nannten ihn einen Ort voller Gold, Seide und Intrigen. Familienmitglieder, Konkubinen und Satrapen scharten sich um ihn – zu nah für seinen Geschmack.
Vermächtnis aus Flüstern und Verrat
Jahrhunderte später erinnerten sich griechische Historiker an Artaxerxes nicht wegen Siegen, sondern wegen des ständigen Schattens des Verrats. Für antike Herrscher bedeutete absolute Macht nie absolute Sicherheit.
Der persische König herrschte über ein Reich von Indien bis Ägypten, doch Gift konnte selbst im Honig lauern. Griechen am Hof beschrieben eine Welt aus wechselnden Loyalitäten, in der das Lächeln eines Bruders ein Messer verbarg und Königinnen hinter geschnitzten Zedernwänden Pläne schmiedeten. Selbst ein König lernte, leicht zu schlafen.