Aristoteles über Gewohnheit und Mut
„Wir werden mutig, indem wir mutige Taten vollbringen.“ — Aristoteles, mehr Trainer als Mystiker, macht Tugend zur Muskel-Erinnerung.

Thomas Hartley Cromek (British, 1809–1873) — "The Arch of Titus and the Coliseum, Rome" (1846), CC0
Aristoteles’ Regeln für Helden.
In der Nikomachischen Ethik, Buch II, schreibt Aristoteles: «οἱ δὲ ἐπαναλαμβάνοντες τὰ ἀνδρεῖα ἔργα ἀνδρεῖοι γίγνονται.» — „Indem man mutige Taten wiederholt, wird man mutig.“ Tugend ist hier kein Gefühl. Sie ist ein Drill.
Was meinte Aristoteles damit?
Aristoteles lehrte: Exzellenz ist Gewohnheit. Mut, Gerechtigkeit, sogar Selbstbeherrschung—sie kommen nicht von Natur aus, sondern durch Übung. Jede kleine, wiederholte Handlung formt den Charakter. Tust du oft genug Mutiges, wachst du eines Tages als der Mensch auf, der du sein wolltest.
Der Vater der Gewohnheiten.
Aristoteles schlenderte durch die Haine Athens und lehrte künftige Anführer mit Listen, nicht mit Rätseln. Für ihn war das gute Leben weniger Eingebung, mehr tägliches Erscheinen. Deshalb landet sein Spruch bis heute in jeder Umkleide und jedem Klassenzimmer.
Für Aristoteles wird niemand gut geboren. Du wirst, was du täglich trainierst. Charakter ist Wiederholung, kein Geburtsrecht.