Heute vor Jahren: Athen feiert Aphrodite Pandemos
Mitte Juni in Athen: Die Innenhöfe blühen, süßer Wein fließt – die Stadt stößt auf Aphrodite Pandemos an, die Göttin der gemeinsamen Liebe und Einigkeit.

Painter of Athens 1943 — "Terracotta lekythos (oil flask)" (ca. 450–440 BCE), public domain
Ein Fest für Liebe – und das Stadtleben.
Um dieses Datum trugen die Athener Blumenkränze und brachten Aphrodite Pandemos Weinopfer dar. Ihr Altar stand am Fuß der Akropolis – einer der wenigen Orte, an denen alle Schichten und Sippen als Gleichgestellte feiern konnten. Wenigstens für eine Mittsommernacht.
Einigkeit am Rand des Chaos.
Aphrodite Pandemos war mehr als nur die Göttin der Begierde. Sie wurde angerufen, um Streit zu schlichten, Fehden zu beenden und jeden Athener daran zu erinnern: Das Überleben der Polis hing an einem dünnen Faden des Friedens. In einer Stadt, die ständig am Zerreißen war, war ein bisschen Harmonie heilig.
Das Fest der Aphrodite Pandemos, das um diese Zeit gefeiert wurde, drehte sich nicht nur um Romantik. Es stand für den Zusammenhalt der Stadt – für die Göttin, die Athen im Innersten zusammenhielt.