Antigone: Begräbnis gegen das Gesetz
Ein Teenager-Mädchen steht am Rand der Stadtmauer, Staub klebt an ihren Händen. Sie riskiert den Tod, um Erde über den Leichnam ihres Bruders zu streuen.

El Greco (Domenikos Theotokopoulos) — "Portrait of an Old Man" (ca. 1595–1600), public domain
Bloße Hände, verbotene Riten
Eine junge Frau kniet am nackten Leichnam ihres Bruders und trotzt dem Befehl des Königs. Staub rieselt durch ihre Finger – ein stummes Zeichen, lauter als jede Rede. Sie kennt die Strafe: den Tod.
Thebens Gesetz gegen Blutsbande
Theben verlangt, dass Verräter unbestattet bleiben – die höchste Schande. Antigone entscheidet sich für Familie, Tradition und die Götter der Unterwelt statt für das Gesetz des Königs. Ihre Wahl stürzt die Stadt ins Chaos und zeigt die Grenzen menschlicher Macht.
Legende des Widerstands
Antigones Name hallt durch die Jahrhunderte – als Symbol für Gewissen über Gehorsam. Ihre Geschichte fragt: Wann wiegt das Herz schwerer als das Gesetz der Herrschenden?
Das Gesetz verlangt, Verräter unbestattet zu lassen – doch Antigone weigert sich. Familie zählt mehr. Ihr Akt spaltet Theben: Gehorsam gegen Gerechtigkeit, die Lebenden gegen die Toten. Sophokles macht ihren Mut unsterblich – aber auch ihr Schicksal.