Heute vor: In Athen beginnt die Weinlese
Anfang September in Attika—die Hügel hallen von Lachen und dem Quetschen reifer Trauben. Die Ernte läuft.

Thomas Hartley Cromek (British, 1809–1873) — "The Arch of Titus and the Coliseum, Rome" (1846), CC0
Die Hügel von Attika leuchten violett.
Anfang September versammeln athenische Bauern Freunde und Familie zur Weinlese. Die Luft ist schwer vom Duft süßer Maische und zerdrückter Reben. Hände und Füße kleben, das Lachen ist laut, und jeder Korb ist Hoffnung auf kräftigen Wein.
Wein als Erinnerung und Versprechen.
Die ersten Krüge des neuen Weins wurden mit Gebeten an Dionysos verkostet. Die Weinlese war nicht nur Arbeit—sie gab dem Jahr ihren Takt. Mit jedem beschwingten Becher stießen die Athener auf die Götter und aufeinander an und träumten vom, was die nächste Saison bringen würde.
Der erste Wein der Saison war mehr als ein Getränk—er war ein Gebet für Glück, Gesundheit und gute Gesellschaft im kommenden Winter.