Alkibiades nimmt Sokrates aufs Korn
„Er ist wie die Silen-Statuen...“ – Alkibiades, in Platons Symposion, vergleicht Sokrates mit einem spöttischen Satyr.

Außen hässlich, innen Gold
Im Symposion von Platon platzt Alkibiades betrunken herein und sagt: „Er ist wie die Silen-Statuen, die man bei den Bildhauern sieht, mit Flöten in der Hand; öffnet man sie, findet man darin Bilder der Götter.“ (Symposion, 215b). Sokrates wirkte lächerlich, sagt Alkibiades, aber sein Geist war ein Schatz.
Begehren trifft Philosophie
Alkibiades gesteht: Er versuchte alles, um Sokrates zu verführen – und scheiterte. Die Rede ist teils Beleidigung, teils Liebeserklärung, teils Hommage. Es ist das chaotischste Lob, das Sokrates je bekam – und das einzige, das mit einem Satyr-Witz beginnt.
Alkibiades wollte Sokrates verführen. Am Ende hielt er die seltsamste Liebesrede der griechischen Literatur.