Agrippina überlebt das Muttermörder-Schiff
Eine mondlose Nacht, ein zusammenbrechendes Lustschiff und die gefährlichste Mutter Roms kämpft schwimmend ums Überleben.

Unknown — "Table" (ca. 1775–80), public domain
Mutter, Sohn und eine Falle auf See.
Im Jahr 59 n. Chr. lud Kaiser Nero seine Mutter Agrippina zu einer Vergnügungsfahrt ein. Das Schiff war so präpariert, dass es einstürzen und sie über Bord werfen sollte—ihr Tod sollte wie ein Unfall wirken. In der dunklen See gab das Schiff nach.
Sie schwimmt—Neros Plan geht unter.
Die meisten wären ertrunken. Nicht Agrippina. Verletzt und blutend kämpfte sie sich ans Ufer und überlebte das Attentat per Schiffbruch. Zurück an Land schickte sie ihrem Sohn eine Nachricht, als wäre nichts geschehen.
Das letzte Urteil.
Nero geriet in Panik. Wenige Tage später schickte er Mörder, um zu vollenden, was das Meer nicht geschafft hatte. Agrippina starb in ihrer eigenen Villa—doch nicht, ohne ihren Killern laut Tacitus die berühmten Worte zuzurufen: „Schlagt zuerst meinen Leib.“
Nero wollte seine eigene Mutter mit einem manipulierten Schiff töten. Sie schwamm ans Ufer—und er musste zu anderen Mitteln greifen.