Agrippina die Jüngere: Die Mutter, die zur Bedrohung wurde
Eine Mutter führt ihren Sohn durch die Palastflure – und findet sich plötzlich vor verschlossenen Türen wieder, die sie selbst für ihn geöffnet hat.

Unknown — "Marble relief fragment with scenes from the Trojan War" (1st half of 1st century CE), public domain
Sie öffnet jede Tür – und wird ausgesperrt
Agrippina die Jüngere intrigiert, verführt und überlebt den tödlichsten Hof Roms, um ihren jugendlichen Sohn auf den Thron zu bringen. Die Palastflure flüstern über sie, nicht über ihn. Als sie versucht, unangemeldet in seine Gemächer zu treten, halten Wachen sie auf. Ihr eigenes Werk wird zu ihrem Kerker.
Macht gegen sie gewendet
Jahre lang ist Agrippina die eigentliche Kraft im Reich. Kaiser Claudius heiratet sie, adoptiert Nero – und stirbt bald darauf, vermutlich vergiftet. Mit Neros Aufstieg ist ihr Einfluss unübertroffen. Doch je selbstbewusster der junge Kaiser und je neidischer der Hof, desto mehr wird ihre eigene Macht zur Waffe gegen sie.
Eine Frau, zu klug für Roms Welt
Agrippinas Schicksal besiegelt nicht der Feind, sondern der Sohn, den sie zum Kaiser gemacht hat. In Rom durfte keine Frau lange Macht halten – schon gar nicht eine, die ihrem Sohn beigebracht hat, sie zu ergreifen.
Nach Jahren politischer Intrigen setzt Agrippina die Jüngere ihren Sohn Nero auf den Thron. Sie hat Rivalen ausmanövriert, das Exil überlebt und sich Respekt durch eiskaltes Kalkül verdient. Doch Macht in Rom hat ein kurzes Gedächtnis – kaum ist Nero Kaiser, fürchtet er ihre Ambitionen so sehr, wie er einst auf ihre List vertraute.