Fragmenta.
Mythos Entlarvt·Antikes Rom·Römische Republik und Kaiserzeit

Togas im römischen Senat

Man stellt sich jeden römischen Senator in Toga vor, wie er über Roms Schicksal debattiert. Die Realität war viel weniger elegant.

Togas im römischen Senat

Giovanni Battista Tiepolo — "The Battle of Vercellae" (1725–29), public domain

Der Toga-und-Senat-Mythos.

In jedem Film tragen Senatoren Toga, gestikulieren dramatisch und entscheiden über Leben und Tod. Überall sieht man makellose weiße Wolle, kunstvoll drapiert. Es ist das Klischee Nummer eins der römischen Mode.

Tuniken herrschten im Senat.

Antike Quellen und Reliefs zeigen: Im Alltag war die Tunika Standard – gegürtet, beweglich und viel angenehmer in der stickigen Curia. Die Toga war steif, heiß und teuer, reserviert für Prozessionen und bestimmte Zeremonien. Cicero, als er im Senat um sein Leben sprach, tat das in viel schlichterer Kleidung.

Die Schuld liegt bei Renaissance-Malern.

Das endlose Toga-Bild stammt aus der Renaissance- und Klassizismus-Malerei, nicht aus der Archäologie. Maler wollten ihre Römer edel darstellen – also malten sie, was am nobelsten wirkte: reinweiße Togas für jeden Staatsmann.

Im Senat trugen die Senatoren meist eine schlichte Tunika. Die weiße Toga war für öffentliche Auftritte reserviert, nicht für den politischen Alltag.

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