Spartanische Hochzeit: Die Brautentführung
Eine spartanische Braut bekommt den Kopf kahl rasiert, trägt einen Männerumhang – und wird dann vom Bräutigam entführt.

Unknown — "Cassone (one of a pair)" (second half 16th century), public domain
Die kahlrasierte Brautentführung
Im antiken Sparta wurde der Braut das Haar auf Stoppel geschoren. Sie bekam einen kurzen Umhang und Sandalen – wie ein junger Mann. Nach der Zeremonie tat der Bräutigam, als würde er sie entführen, und verschwand mit ihr in die Nacht.
Ein geheimer Start in die Ehe
Der Bräutigam zog nicht sofort ein. Monatelang besuchte er seine Braut heimlich, oft nach Einbruch der Dunkelheit, immer auf der Hut vor älteren Männern. Diese Rituale, von Plutarch beschrieben, markierten einen harten Schnitt mit der Kindheit – und, so die spartanische Legende, stählten sie das Paar für das raue Leben der Stadt.
Bei den Spartanern begann die Ehe mit ritueller Entführung und einem radikalen Haarschnitt. Das Paar lebte anfangs oft nicht einmal zusammen – er schlich sich nachts zu ihr, immer auf der Hut vor den Ältesten. Dieses Ritual war mehr als Theater. Es trennte das Paar von der Kindheit und, so heißt es, härtete sie ab – ab der Hochzeitsnacht.