Waren Spartaner nur Krieger?
Spartaner waren keine reinen Kampfmaschinen. Sie dichteten, sangen Chöre und führten sogar Theaterstücke auf.

Unknown — "Amphora Vase" (1723–35), CC0
Der Mythos vom freudlosen Spartaner.
‚Spartanisch‘ heißt doch: karg, oder? Keine Kunst, keine Musik—nur Schilde und Speere. Jeder Film zeigt Sparta als Ort, wo Poesie eine Straftat ist. Selbst Geschichtsbücher blenden oft alles außer Krieg aus.
Spartas verborgene Liebe zur Kultur.
Alte Quellen erzählen eine andere Geschichte. Spartaner führten dramatische Chöre bei Festen auf und sangen kunstvolle Kriegslieder zur Leier. Mädchen übten komplexe Tänze. Der Dichter Alkman, im siebten Jahrhundert v. Chr. in Sparta aktiv, schrieb Chormeisterwerke für junge Spartanerinnen.
Wie der Mythos entstand.
Nach Spartas Niedergang machten Athener und später Römer ihre Rivalen gern zu Klischees: nur Muskeln, kein Hirn. Viktorianische Gelehrte taten ihr Übriges. Heute lebt der Mythos weiter, weil er eine gute Story ist—doch das echte Sparta war viel musikalischer.
Lange Zeit schätzte Sparta Musik, Poesie und Tanz genauso wie Disziplin. Spartanische Mädchen trainierten Gesang und Tanz, und Dichter wie Alkman kamen aus der Stadt. Das Klischee vom kulturlosen Sparta entstand erst viel später.