Spartas Eisengeld – nur die halbe Wahrheit
Nein, die alten Spartaner schleppten nicht nur schwere Eisenbarren als Geldbündel zum Markt.

Unknown — "Bronze helmet" (late 7th century BCE), public domain
Schleppten Spartaner Eisenbarren als Bargeld?
Schulbücher erzählen: In Sparta waren Gold und Silber verboten, gehandelt wurde nur mit klobigen Eisenstäben. Angeblich hielt das alle gleich und machte gierigem Luxus den Garaus. Eine Geschichte, die hängen bleibt – und in fast jedem Lehrbuch steht.
Spartas Märkte liefen mit Silbermünzen.
Archäologen haben Silbermünzen aus Spartas eigener Prägung gefunden, mindestens aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. Es gibt keinen Beleg, dass je jemand Eisenbarren für eine Zwiebel oder einen Krug Wein schleppte. Der Staat mochte Edelmetalle offiziell ablehnen – aber die Spartaner zahlten privat sehr wohl mit Silber.
Eine Erfindung für Spartas Image.
Die Geschichte vom Eisengeld stammt von späteren Autoren – vor allem Plutarch – die Sparta als super-tugendhaft und luxusfeindlich inszenierten. Das Ziel: Die Spartaner als rein und unbestechlich darstellen, auch wenn die echten Geldbeutel längst eine andere Sprache sprachen.
Archäologen haben nachgewiesen: Die Spartaner nutzten privat durchaus Silbermünzen – trotz des Mythos vom „geldlosen“ Sparta. Die Geschichte vom Eisengeld war vor allem Propaganda – ein Tugendmärchen für die anderen Griechen.