Trugen Römer immer Togas?
Stell dir vor, jeder Römer schreitet im strahlend weißen Toga durch das Forum. Hollywood verkauft es als Uniform der Antike.

Guido Reni — "The Immaculate Conception" (1627), public domain
Eine Welt in Togas?
Jedes Schulbuch und jeder Hollywoodfilm zeigt Römer in leuchtend weißen Togas, stolz durch Marmorstraßen schreitend. Das Bild ist ikonisch – so ikonisch, dass wir es selten hinterfragen. Doch außerhalb von Senat oder Triumphzug trug sie kaum jemand.
Die Toga: Nur für den großen Auftritt.
Die wahre römische Alltagskleidung war eine einfache, knielange Tunika – praktisch zum Arbeiten, Gehen und Schwitzen. Die Toga war Statussymbol für Bürger, aber die meisten fanden sie sperrig und teuer. Nur erwachsene männliche Bürger in bestimmten Situationen trugen sie. Sklaven, Frauen und Kinder? Nie.
Warum hält sich der Mythos?
Römische Autoren liebten die Toga – Cicero nannte sie Symbol für Frieden und Bürgersinn. Künstler malten später alle Römer darin. So wurde die Toga zum Synonym für „römisch“, obwohl die echte Stadt voller Tuniken, Mäntel und weit weniger makellinem Leinen wimmelte.
Die Toga war Festtagskleidung – sperrig, unpraktisch und reserviert für Zeremonien. Die meisten Römer trugen Tuniken, oft gegürtet, und manche besaßen nie eine Toga.