Heute vor x Jahren: Die Lucaria—Roms geheimnisvolles Waldfest
26. Juli: Roms Stadtmenschen schleichen sich in den Schatten—es ist Lucaria, das Fest der Haine und des heiligen Schweigens unter Bäumen.

Hubert Robert — "The Bathing Pool" (1777–79), public domain
Ein Tag für den Wald in einer Stadt aus Stein.
Am 26. Juli zogen die Römer—die sonst in Marmortempeln beteten und auf gepflasterten Straßen marschierten—hinaus zur Lucaria. Dieses Fest gehörte nicht Jupiter oder Mars, sondern den stillen, verworrenen Hainen am Stadtrand. Opfergaben wurden zwischen Stämmen und Wurzeln niedergelegt, fernab vom Lärm des Forums.
Ein Fest älter als jede Erinnerung.
Kein überliefertes Gedicht verrät uns, was die Römer genau in diesen Bäumen taten. Manche sagten, die Lucaria erinnere an eine verlorene Schlacht, an eine Flucht in den Wald. Andere sahen darin einen Gruß an uralte, halb vergessene Geister—die numina—die jede Wurzel und jeden Schatten bewohnten. Die Wildnis sah zu, und Rom erinnerte sich.
An der Lucaria ehrten die Römer die stille Macht ihrer Wälder—nicht im Tempel, sondern mitten im wilden, lebendigen Dickicht.