Heute vor x Jahren: Die Seefahrt macht dicht
Um den 19. Oktober spannen sich die römischen Häfen an—die sichere Segelsaison ist vorbei. Jeder Kapitän starrt auf die Wolken, das Meer wechselt stündlich die Laune.

Unknown — "Cameo: Julio-Claudian Imperial Portrait" (30 BCE–54 CE), CC0
Das große Glücksspiel der Überfahrt
Römische Schifffahrtskalender zogen im Herbst eine knallharte Grenze. Nach den Iden des Oktober wurde das Mittelmeer tückisch—Stürme, Schiffswracks, verschwundene Getreideflotten. Selbst Versicherungen lehnten es ab, Fracht bis zum Frühling zu decken.
Märkte stöhnen, Speicher spähen zum Horizont
Roms Überleben hing an Schiffen, die Öl, Getreide und Waren aus den Provinzen brachten. Mit dem Ende der Segelsaison stiegen die Preise, Bäcker wurden nervös. Die Launen des Meeres bestimmten Roms Appetit mindestens so sehr wie jeder Kaiser.
Von jetzt bis zum Frühling wird das Mittelmeer zum Friedhof für Hasardeure. Nur Verzweifelte oder Mutige wagen sich nach diesem Datum noch hinaus.