Römische Nagelreiniger als Schmuck
Was wie ein Anhänger an einer römischen Kette aussieht, ist in Wahrheit ein Nagelreiniger—funktionaler Schmuck.

Unknown — "Bronze statue of the emperor Trebonianus Gallus" (251–253 CE), public domain
Nagelschaber als römisches Accessoire
Bronzene Nagelreiniger—winzige, blattförmige Werkzeuge—tauchen auf Ausgrabungen im ganzen römischen Reich auf. Sie lagen nicht im Medizinschrank. Frauen trugen sie als Anhänger, manchmal zusammen mit einem Parfümfläschchen, an einer Kette voller Glücksbringer.
Saubere Hände, hoher Status
In Thermen und bei Banketten war das Zeigen der Maniküre-Werkzeuge ein Statement. Römische Autoren wie Martial machten sich sogar über schmutzige Nägel als Zeichen niedrigen Standes lustig. Hygiene war nicht nur Privatsache, sondern Mode—und wurde offen präsentiert.
Von Pompeji bis London graben Archäologen kleine bronzene Nagelschaber aus, die an der Halskette einer Frau baumelten. Saubere Hände waren nicht nur Tugend—sie waren ein sichtbares Statussymbol, direkt neben den Amuletten.