Römische Frisuren: Nicht nur kurz und knapp
Jede Büste und jeder Film zeigt römische Männer mit strengem Kurzhaarschnitt – so akkurat, dass man die Sonnenuhr danach stellen könnte. Doch die meisten Römer trugen längeres, gestyltes Haar, besonders in der Kaiserzeit.

Francesco Salviati (Francesco de' Rossi) — "Carlo Rimbotti (1518–1591)" (1548), public domain
Der Mythos vom römischen Bürstenschnitt
Jeder Römer – zumindest in Filmen und auf Marmorbüsten – trägt einen kurzen, pragmatischen Schnitt. Legionäre, Senatoren, sogar Kaiser sollen militärisch knapp frisiert sein, als wäre langes Haar nur etwas für Barbaren. Die echte römische Straße sah ganz anders aus.
Haare, Mode und kaiserlicher Einfluss
In Wirklichkeit liebten Römer eine gepflegte Frisur. Die Kaiser setzten Trends – Nero und Hadrian trugen längeres Haar, Bärte kamen wieder in Mode. Porträts aus der Zeit zeigen Locken, Ringellocken, volle Bärte. Nur Soldaten hielten es aus praktischen Gründen kurz.
Schuld sind Marmor und Hollywood
Viele Marmorbüsten wurden so gereinigt und restauriert, dass feine Haarsträhnen verschwanden. Hollywood liebt klare Linien – und ein glattes Kinn. Doch im alten Rom wechselte die Mode so schnell wie die Macht.
Römische Mode schwankte mit dem Geschmack der Kaiser – Kaiser wie Nero und Hadrian machten Bärte und längere Mähnen zum letzten Schrei. Nur Soldaten blieben strikt kurz.