Römer trugen Bart aus Trauer
Ein sonst glatt rasierter Römer lässt plötzlich einen wilden Bart sprießen – seine Freunde wissen sofort, warum.

Marie Denise Villers — "Marie Joséphine Charlotte du Val d'Ognes (1786–1868)" (1801), public domain
Römische Trauer – ins Gesicht geschrieben
Ein sonst glatt rasierter Römer lässt plötzlich einen wilden Bart sprießen – seine Freunde wissen sofort, warum. Es ist kein Modetrend, sondern Trauer.
Kein Rasierer, kein Verdrängen
Wer in Rom einen nahen Angehörigen verlor, legte das Rasiermesser beiseite. Vom Senator bis zum Sklaven ließen Trauernde den Bart wachsen – als sichtbares Zeichen des Verlusts. Selbst das Gesicht des Kaisers konnte über Nacht von Trauer überwuchert werden.
Nach dem Tod eines Angehörigen war der Bart das öffentliche Zeichen der Trauer in Rom. Wer trauerte, griff nicht zum Rasiermesser – und zeigte Nachbarn wie Fremden den eigenen Verlust. Selbst Kaiser wie Augustus ließen sich bei Schicksalsschlägen den Bart stehen.