Platon über das ungeprüfte Leben
„Das ungeprüfte Leben ist nicht lebenswert.“ Sokrates sagt es – Platon meißelt es für alle Zeiten ein.

Achilles Painter — "Terracotta lekythos (oil flask)" (ca. 440 BCE), public domain
Sokrates am Rand des Todes – und schweigt nicht.
In Platons Apologie (38a) sagt Sokrates: «ὁ δὲ ἀνεξέταστος βίος οὐ βιωτὸς ἀνθρώπῳ.» — „Das ungeprüfte Leben ist für den Menschen nicht lebenswert.“ Platon bewahrt diese Worte, die bis heute durch jeden Philosophiehörsaal hallen.
Wahrheit statt Bequemlichkeit wählen.
Für Sokrates hieß blindes Leben: im Halbschlaf existieren. Für ihn waren Fragen, Prüfen und Suchen keine Luxusgüter, sondern Überlebenskunst für die Seele. Lieber starb er, als in Routine zu versinken – und Platon sorgt dafür, dass wir wissen, wohin dieses Wagnis führt.
Platons Sokrates steht vor Gericht und weicht keinen Schritt zurück. In Athen, wo Stillhalten am sichersten war, war das der riskanteste aller Züge – und er bezahlte mit dem Leben.