Platon über Gerechtigkeit und die Stadt
„Gerechtigkeit ist, das Eigene zu tun und sich nicht in Fremdes einzumischen.“ Platon definiert in der Politeia Gerechtigkeit nicht als Fairness—sondern als: Bleib bei deinen Leisten.
Johannes Glauber — "Classical Landscape with Greek Maidens venerating a Statue of Pan amongst Tombs title QS:P1476,en:"Classical Landscape with Greek Maidens venerating a Statue of Pan amongst Tombs "label QS:Len,"Classical Landscape with Greek Maidens venerating a Statue of Pan amongst Tombs "", Public domain
Platon zieht die Grenze der Gerechtigkeit.
In der Politeia (Buch 4) lässt Platon seinen Sokrates auf Griechisch sagen: «τὸ τὰ αὑτοῦ πράττειν καὶ μὴ πολυπραγμονεῖν δικαιοσύνη ἐστίν.» — „Gerechtigkeit ist, das Eigene zu tun und sich nicht in Fremdes einzumischen.“ Keine weichgespülte Definition—sondern Ordnung mit Biss.
Er meint: Kenn deine Grenzen, kenn deine Stärken.
Platon sah Städte scheitern, wenn Händler regieren, Soldaten Bauern spielen oder jeder alles machen will. Für ihn war Gerechtigkeit eine Frage der Funktion—jeder Mensch, jede Klasse, am richtigen Platz. Wer sich einmischt, stiftet Chaos.
Für Platon zerfällt eine Stadt, wenn jeder jeden beherrschen will. Gerechtigkeit beginnt für ihn damit, seinen Platz zu kennen und ihn auszufüllen. Diese Zeile brennt bis heute—im Großraumbüro wie im überquellenden Postfach.