Perikles’ Wagnis mit den Mauern
Perikles befiehlt ganz Athen, sich hinter die Stadtmauern zu drängen – wohl wissend, dass es nicht genug Platz, Luft oder Essen gibt.

Unknown — "Marble funerary lekythos of Kallisthenes" (ca. 400–390 BCE), public domain
Eingeschlossen hinter den Langen Mauern.
Sommer 431 v. Chr. Statt die Spartaner auf offenem Feld zu stellen, befiehlt Perikles jedem Athener – reich, arm, Bauer, Handwerker –, das Umland zu verlassen und sich in die Stadt zu quetschen. Die Tore fallen zu. Draußen brennen die Felder, drinnen teilen sich alle dieselbe Luft – und dieselbe Angst.
Eine kühne Strategie wird tödlich.
Perikles setzt alles auf Mauern und Flotte. Die Spartaner kommen nicht durch, Athens Schiffe beherrschen das Meer. Doch die Stadt platzt aus allen Nähten. Brunnen kippen um, die Gassen stinken nach Schweiß und Angst. Als die Seuche ausbricht, hält keine Mauer sie auf.
Der Preis für Überleben – und Stolz.
Perikles überlistet die Spartaner auf dem Schlachtfeld, zahlt aber mit Menschenleben. Ein Viertel der überfüllten Stadt stirbt – auch Perikles selbst. Mauern halten Speere draußen, aber manchmal sperren sie etwas viel Schlimmeres ein.
Was für manche wie Feigheit aussah, war in Wahrheit ein strategisches Wagnis – die Mauern schützten Athen vor spartanischen Schwertern, aber nicht vor Krankheit.