An diesem Tag: Als Roms Kalender im Chaos versank
Der 27. August war im alten Rom nicht immer der 27. August—vor Caesars Reform konnte das Datum je nach Politik und Priesterlaune um Wochen verrutschen.

Jacques Louis David — "The Death of Socrates" (1787), public domain
Ein Datum, das nie stillhielt.
Der 27. August hat für uns Bedeutung—für einen Römer vielleicht gar keine. Vor Julius Caesar war der Kalender ein politischer Spielplatz. Priester konnten das Jahr für Freunde verlängern oder für Feinde verkürzen. Ganze Wochen verschwanden oder tauchten über Nacht wieder auf.
Warum Roms Tage nicht aufgingen.
Bauern und Feldherren hassten das Kalenderchaos, aber die Priester liebten es, die Zeit an der Leine zu führen. Das bedeutete Gefallen, Schulden—und manchmal Bürgerkrieg. Caesars Kalender—unser heutiger—nagelte das Jahr endlich fest. Doch wer im Spätaugust durch Rom lief, konnte nie sicher sein, welcher Tag wirklich war.
Für die Römer war Zeit nichts Festes—vor Julius Caesar war der Kalender ein Labyrinth aus verlorenen Tagen, plötzlichen Festen und geheimen Korrekturen. Ein Augusttag konnte mit der Unterschrift des richtigen Pontifex in den September wandern.