Die Weinmisch-Rituale der Athener
Beim griechischen Symposion trinkt niemand Wein pur—immer gemischt mit Wasser.

David — "The Death of Socrates" (1787), public domain
Kein Wein pur!
Bei einem athenischen Trinkgelage war es, als käme man im Clownskostüm, wenn man sich ein Glas unverdünnten Wein einschenkte. Die Griechen hielten puren Wein für gefährlich unkultiviert—passend für Fremde, Wahnsinnige oder Götter.
Die Kunst des Kraters
Getrunken wurde aus riesigen, oft bemalten oder verzierten Schalen—den Kratern. Der Gastgeber bestimmte das Verhältnis von Wein zu Wasser—alles von eins zu drei, aber nie umgekehrt. Die Gäste prosteten sich zu, spielten Spiele und achteten genau darauf, wer heimlich zu stark einschenkte.
Das Stigma des reinen Weins
Wer seinen Wein pur trank, riskierte Spott oder besorgte Blicke. Griechische Dichter und Philosophen nannten das 'barbarisch'. Mischen war das Zeichen eines zivilisierten Geistes—die Grenze zwischen Genuss und Kontrollverlust.
Wer unverdünnten Wein trank, galt als Barbar—oder schlimmer: als Trinker ohne Selbstkontrolle. Die Griechen nutzten kunstvolle Mischschalen, Kratere genannt, und der Gastgeber bestimmte das Mischverhältnis. Die perfekte Mischung war Zeichen von Kultur und Maß; purer Wein war etwas für Thraker—oder für den Kontrollverlust.