Behinderung in der antiken griechischen Vasenmalerei
Versteckt in den Kurven einer rotfigurigen Vase sitzt ein Bogenschütze – verdrehte Beine, das Gesicht abgewandt.

Hieron — "Terracotta kylix (drinking cup)" (ca. 480 BCE), public domain
Behinderte Körper im Rampenlicht
Manche griechische Vasenmaler zeigten nicht nur Helden und Götter – sie malten echte, behinderte Körper. Auf attischen Vasen des 5. Jahrhunderts sieht man Bogenschützen mit Klumpfüßen, Zwerge mit dickem Hals und kurzen Armen, Bucklige beim Festmahl.
Nicht nur Karikatur
Archäologen und Kunsthistoriker meinen: Das sind nicht bloß Späße. Manche Motive tauchen auf Dutzenden Vasen auf – ein Zeichen, dass diese Körper zum Alltag gehörten: gesehen, erkannt, in Ton verewigt. Griechische Kunst zeigt, was Schriftquellen oft verschweigen.
Einige der berühmtesten Szenen auf attischer Keramik zeigen Menschen mit sichtbaren körperlichen Behinderungen – Klumpfüße, Kleinwuchs, Buckel.