An diesem Tag: Das Ende der Halcyon-Tage
Ende Juli in Athen: Die Halcyon-Tage—diese seltenen, milden Nachmittage mitten im Hochsommer—gleiten davon. Zurück bleibt nur das schrille Zirpen der Zikaden und endloser Staub.

Hieron — "Terracotta kylix (drinking cup)" (ca. 480 BCE), public domain
Die Tage des Eisvogels sind vorbei.
Ende Juli: Für die Athener verschwinden die sogenannten Halcyon-Tage—kurze Phasen von windstiller, flirrender Ruhe—in die Erinnerung. Der Mythos besagte, Alkyone, verwandelt in einen Eisvogel, beruhige das Meer, um ihr Nest zu bauen.
Die Luft wird schwer, die Erde reißt auf.
Jetzt ist die Stille vorbei: Die Ägäis bringt wieder Wind, Staub wirbelt auf, und die Stadt glüht. Bauern jagen dem Schatten nach, Wasserkrüge leeren sich schneller, und die Gebete um Erleichterung werden drängender.
Ein Mythos, der im Wetter lebt.
Halcyon-Tage wurden zum Synonym für Frieden—verloren, flüchtig, kostbar. Noch heute nennt man eine ruhige Wetterphase manchmal 'halcyon'—Athens alte Sehnsucht nach einer Ruhe, die die Welt selten schenkt.
Die alten Griechen warteten sehnsüchtig auf diese windstillen Tage und hielten an der Legende fest, dass die Welt für das Nest eines Eisvogels innehält. Jetzt kehren Wind und Hitze zurück.