Doppelter Verrat auf Korkyra
An nur einem Tag werden Verbündete zu Henkern—Korkyras Gefängnis verwandelt sich in ein Schlachthaus.

Benigno Bossi (Italian, 1727–1792) — "Inventor of Greek Figures, Plate 10" (1771), CC0
Gefangene bekommen Sicherheit versprochen.
Im Peloponnesischen Krieg brach auf Korkyra (heute Korfu) blutiger Bürgerkrieg aus. Die Oligarchen tricksten ihre Gegner aus—lockten sie mit dem Versprechen eines fairen Prozesses aus dem Tempel-Asyl. Stattdessen wurden die Gefangenen durch ein Spalier aus Spott und Steinen geführt.
Das Gericht wird zur Falle.
Wie Thukydides berichtet, wurden die Angeklagten in Gruppen verurteilt und direkt in den Tod geschickt. Manche, die den Verrat erkannten, rannten zu Altären oder schnitten sich selbst die Kehle durch, bevor sie von Landsleuten abgeschlachtet wurden. Niemand wusste, wer als Nächstes die Seiten wechseln würde.
Wie eine Stadt sich zerreißt.
Bis zum Einbruch der Nacht war Korkyra blutgetränkt, alte Loyalitäten bedeuteten nichts mehr. Thukydides nannte es 'die gewalttätigste Revolution überhaupt.' Im Bürgerkrieg trägt die größte Gefahr oft ein vertrautes Gesicht.
Der Bürgerkrieg auf der Insel Korkyra zeigt, wie schnell politische Bündnisse zerbrechen—wenn Freunde zu Feinden werden, ist niemand mehr sicher.