Fragmenta.
Geschichte·Antikes Griechenland·Klassisches Griechenland (4. Jh. v. Chr.)

Diogenes trifft Alexander

Alexander der Große findet Diogenes beim Sonnenbad – und bietet ihm jeden Wunsch an.

Diogenes trifft Alexander

Picture taken by Marcus Cyron — "Greek Antiquities in the Museum August Kestner 339", CC BY-SA 3.0

Der König und der Philosoph.

An einem hellen Tag in Korinth nähert sich Alexander der Große dem zerlumpten Philosophen Diogenes, der für sein Leben im Fass berühmt ist. Umgeben von Höflingen verkündet Alexander, er erfülle ihm jeden Wunsch. Diogenes blickt kaum auf und sagt: „Ja, geh mir aus der Sonne.“

Macht verneigt sich vor Gleichgültigkeit.

Alexanders Gefolge ist fassungslos, doch der König lacht nur. Laut mehreren antiken Quellen sagt er später: „Wäre ich nicht Alexander, wäre ich Diogenes.“ Der eine erobert die Welt – der andere lehnt sie ab und braucht nicht einmal Schuhe.

Als der mächtigste Mann der Welt Diogenes fragt, welchen Gefallen er ihm tun könne, winkt der Philosoph nur ab: „Geh mir aus der Sonne.“ Macht trifft Verachtung – und Alexander bewundert den Mut.

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