Die Sibyllinischen Bücher gehen in Flammen auf
Eine geheimnisvolle Frau bot Rom neun prophetische Bücher an – und verbrannte sie, um ein Zeichen zu setzen.

Jacques Louis David — "The Death of Socrates" (1787), public domain
Eine Prophetin an der Tür
In den frühen Tagen der Republik tauchte eine verschleierte Fremde vor Roms letztem König auf. Sie behauptete, neun Bücher voller Prophezeiungen zu besitzen. Ihr Preis: ein Vermögen. Tarquinius lachte sie aus – also verbrannte sie drei und bot die restlichen an – zum doppelten Preis.
Der Preis des Zweifels
Unbeeindruckt von Tarquins Spott verbrannte die Frau drei weitere Bücher. Erst als die Angst um sich griff, willigten die Römer ein, die letzten drei zu kaufen – zu ihrem höchsten Preis. So entstanden die legendären Sibyllinischen Bücher, Jahrhunderte lang im Kapitolinischen Tempel gehütet, voller Geheimnisse über das Schicksal der Stadt.
Ein Handel in Asche geschrieben
Am Ende zahlte Rom ein königliches Lösegeld für ein Drittel dessen, was es hätte haben können. Die Priester der Stadt konsultierten die überlebenden Bücher in jeder Krise – immer mit dem Gedanken, was an jenem Tag in Rauch aufging.
Rom zahlte ein Vermögen für ein Drittel dessen, was es hätte haben können – und die größten Geheimnisse der Stadt ruhten fortan auf dem, was dem Feuer entkam.