Timoleon: Der widerwillige Befreier
Timoleon tötete seinen eigenen Bruder – und zwanzig Jahre später flehten Fremde ihn an, eine Stadt am Abgrund zu retten.

Unknown — "Limestone statue of a youth" (early 5th century BCE), public domain
Tod in der Familie.
Timoleon liebte seinen Bruder – dachte er zumindest, bis dieser die absolute Macht in ihrer Stadt an sich riss. Eines Nachts ließ Timoleon seine Freunde gewähren, während sie den Tyrannen erschlugen. Die Bürger feierten ihn, doch die Schuld drohte ihn zu zerbrechen.
Vom Ausgestoßenen zum Retter.
Jahre lebte Timoleon als Einsiedler, gemieden und gebrochen. Dann erschienen verzweifelte Gesandte aus Syrakus und baten ihn, sie von neuen fremden Tyrannen zu befreien. Gegen alle Wahrscheinlichkeit nahm Timoleon an. Mit einer Handvoll Söldnern wich er Attentätern aus und landete in einer Stadt, die vor Feinden kochte.
Ein Held, zweimal begraben.
Timoleon brach die Macht der Tyrannen auf Sizilien, stellte die Demokratie wieder her und weigerte sich, selbst zu herrschen. Nach seinem Tod begruben ihn die Syrakusaner auf ihrem Marktplatz und erklärten einen neuen Feiertag zu seinen Ehren. Manchmal hinterlässt gerade der, der Macht am wenigsten will, die tiefsten Spuren.
Von Schuld und Verbannung verfolgt, setzte Timoleon alles auf eine Karte und formte Sizilien neu. Nach ihm stürzten Tyrannen, und die Stadt, die er rettete, begrub ihn als Helden.