Bedeutete Daumen runter den Tod?
In jedem Film zeigt der römische Kaiser mit dem Daumen nach unten: Todesurteil in der Arena. Hollywoods tödlichste Geste.

Unknown — "Hercules" (c. 30 BCE–20 CE), CC0
Daumen runter, Todesurteil?
Du hast es hundertmal gesehen: Die Menge tobt, der Kaiser senkt den Daumen, der Gladiator ist verloren. Von Ridley Scotts 'Gladiator' bis zu Zeichentrickfilmen—Daumen runter heißt Tod, Daumen hoch heißt Gnade. Nur: Die Römer machten das nie so.
Ein Mythos aus dem Kino
Römische Autoren beschreiben nie ein 'Daumen runter' als Todesurteil. Manche sprechen von einem gedrehten oder ausgestreckten Daumen, aber Richtung und Bedeutung sind unklar. Tatsächlich könnte 'pollice verso'—ein lateinischer Ausdruck für die Daumengeste—bedeuten, dass der erhobene Daumen das Todeszeichen war. Die geballte Faust, nicht Daumen runter, galt wohl als Gnade.
Schuld sind die Maler des 19. Jahrhunderts
Das Bild vom 'Daumen runter' explodierte nach einem Gemälde von Jean-Léon Gérôme aus dem Jahr 1872. Hollywood griff es auf. Die alten Römer hätten bei Russell Crowes Geste nur verständnislos geschaut.
Das Zeichen „Daumen runter = Tod“ ist eine moderne Erfindung. Antike Quellen deuten eher auf eine geballte Faust oder sogar einen ausgestreckten Daumen hin—nur nicht auf das berühmte Daumen-runter-Signal.