Artemidoros: Der Traumdeuter, der Caesar warnen wollte
Am 15. März drängt sich ein schmaler Mann durch die Menge, eine gefaltete Botschaft in der Hand – Artemidoros, der professionelle Traumdeuter, und diese Nachricht könnte ein Leben retten.

Panini — "Ancient Rome" (1757), public domain
Eine Warnung in der Menge
Am Morgen von Caesars Ermordung kämpft sich Artemidoros, ein professioneller Traumdeuter, durch die Massen. In der Hand hält er einen Zettel mit allen Details – Namen, Motive, alles.
Die Botschaft bleibt ungeöffnet
Artemidoros ruft, versucht Caesars Aufmerksamkeit zu bekommen. Doch der Diktator, abgelenkt von Politik und Schmeichelei, steckt den Brief ungelesen ein. Wenige Minuten später bricht das Chaos aus – die Warnung geht auf dem Marmorboden verloren.
Die Geschichte hört das Flüstern nicht
Ein Brief, ignoriert, ändert nichts – aber die Geschichte bleibt. Manchmal wird die klügste Stimme vom Lärm übertönt, und das Schicksal rollt weiter, ungerührt.
Der Brief listet die Namen der Senatoren auf, die Caesars Tod planen. Artemidoros versucht, ihm das Schreiben in die Hand zu drücken, wird aber im Tumult abgewiesen. Seine Warnung bleibt ungelesen – und Minuten später blitzen siebzig Dolche im Senat.